Der Weltraum. Grenzenlose Weite und so. Gibt es leider nicht in Spielen. Schade. Gerne würde ich über mein liebstes Open World-Weltraum-Game (bzw. Open Space) schreiben, wenn nicht unsere Hardware solche oberkomplexen Spiele verhindern würde. Auf Alpha Centauri gäbe es etwa eine offene Westernwelt, auf Beta Sowieso kämpft man gegen Dino-Echsen und auf Planet Hastenichtgesehen steht die Population längst über allen kriegerischen Dingen und da müssten wir Logikpuzzle lösen. So in etwa könnte ein echtes Weltraum-Game aussehen. Vielleicht erleben unsere Kinder noch Spiele in solchen Dimensionen. Wir haben aber in unserer Generation die Mass Effect-Triologie von Bioware. Das ist doch auch was.

Commander Shephard. Der Name hat schon seinen Klang. Mit ihm lösen wir auf der Citadel politische Konflikte, decken zusammen mit Kumpel Garrus Verschwörungen auf und kämpfen an der Seite von Freunden aus unterschiedlichsten Welten auf vielen verschiedenen Planeten gegen die Geth und sonstige Bösewichter. Mass Effect begann als Rollenspiel mit ein wenig Action und endete als Third-Person-Shooter mit kleinen Rollenspieleinlagen. Diese Wandlung von einem komplexen Spiel zu einem actionlastigen Reißer mag nicht jedem gefallen haben, folgte aber auf zweitem Blick konsequent der Story. Wir begannen in einer fernen Galaxie und wir beendeten das letzte Kapitel mit der finalen Schlacht auf der Erde. Eine runde Sache.

Die Citadel. Schade, das Mass Effect kein Open World-Spiel war. Hier hätte sich ein kleiner Spaziergang gelohnt.

Mass  Effect ähnelt Star Trek (hier sind die Filme und die TV-Serie inkl. Ableger gemeint und nicht die Spiele). Der Weltraum wird als Spielwiese genutzt, um für Toleranz zu werben. Gängige Klischees und Konventionen zählen nicht im Mass Effect-Universum. Abgesehen vielleicht von Commander Shepards manchmal arg überstrapazierten Soldatenehre. In Mass Effect spielt die Herkunft, die Religion, die sexuelle Orientierung sowie politische Ansichten keine Rolle. Es wird sogar zusammengeführt, was bei uns auf der Erde (noch) nicht zusammenpassen kann. Wie etwa Sex mit einer blauhäutigen Frau. Übrigens muss nicht einmal mit Commander Shepard als Mann gespielt werden. Bei Mass Effect haben wir – abgesehen von den Schlauchleveln – alle Freiheiten. Erfreulich ist, das der Entwickler Bioware dabei nie den Zeigefinger oder die moralische Keule erhebt. Der Appell erfolgt so subtil, dass man ihn kaum merkt. Grandios. Wie bei der ersten Star Trek-Serie. Da war es auch „normal“, dass der Erste Offizier ein Vulkanier war. Warum auch nicht?

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