Im wirklichen Leben trinkt und isst man, liebt und streitet sich und stirbt dann. Bei DayZ ist das ähnlich, abgesehen von der Liebe – die sucht man in Chernarus leider vergeblich. Dafür wird aus Streit knallharte Mordlust, denn in Städten trachten nicht nur Zombies nach des Gamers Leben, sondern auch die lieben Mitmenschen, die in diesem ganz speziellen Universum meistens nicht so freundlich sind. Immerhin erwachen wir bei DayZ nach jedem Tod wieder am Strand oder einer lauschigen Wiese direkt am Meer – was eine sympathische Variante der Wiedergeburt ist. Wenn auch nicht so ganz im Detail, aber im Großen und Ganzen ist im wahren Leben wie in der DayZ-Existenz  (neben dem blanken Überleben) die Nahrung ein steter und überlebenswichtiger Faktor.

Das kulinarische Angebot ist in Chernarus leider begrenzt. Kredenzt werden etwa Baked Beans, auch mal Sardinen, aber weit und breit ist keine Pizzeria oder ein ordentliches Restaurant in Sicht. Die Konserven werden entweder einfach schmucklos direkt an Ort und Stelle verdrückt oder zum späteren Gebrauch im Rucksack mit sich geschleppt. Wobei hier oftmals das Dilemma das knapp bestückten Inventars lauert: Denn die Nahrung konkurriert mit Verbänden, Morphin, Painkillern, Cola-Dosen, Munition und gerne auch mal mit einem Autoteil, wenn man es sich zur Aufgabe machte, eine alte Klapperkiste fahrtüchtig zu machen. Trotz all der schönen Dinge, die man im Inventar haben sollte, muss Nahrung generell zumindest in kleinen Mengen immer dabei sein. Denn bei DayZ ist Nahrung nötig, um den Bluthaushalt in Schwung zu kriegen.

Wenn schon ein Klo an der frischen Luft, dann auch bitte sinnvoll bestückt mit einer Dose Baked Beans, einer Pepsi und einem Verband.

Wenn man zum Beispiel einen Streifschuss von einem hinterhältigen Mitspieler abbekommen hat oder von einem Zombie angefallen wurde, sind Verbände zwingend nötig, um die Blutung zu stillen. Aber: Um wieder richtig auf die Beine zu kommen, muss etwas zu essen verdrückt werden. Nur dann steigt die Blutmenge. Wobei ein frisch gebratenes Steak eines selbst erlegten Wildschweins nahrhafter ist als eine olle Baked Beans-Dose. Unabhängig von Verletzungen ist regelmäßiges Essen wichtig und als Grundbedürfnis ebenso in DayZ integriert wie der Durst.

So profan es ja sein mag, nach einer Schießerei oder einer Balgerei mit einem Zombie durch Konserven wieder zu alter Stärke zu gelangen, so faszinierend ist es ja, sich weder zu bandagieren noch etwas zu essen. Also zu sterben. Auch wenn DayZ optisch kein Schmankerl ist, sind die visuellen Effekte in den letzten Sekunden vor dem virtuellen Tod großartig inszeniert. Das Bild wackelt, die Farben verschwinden und dann ist nur kurz Feierabend, bevor man wieder am Strand aufwacht. Auf der Suche nach Waffen und Nahrung.

 

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