So richtig lohnt sich der Kauf eines Spiels, wenn man auch noch einige Monate mit dem Multiplayerpart verbringen kann. Rockstar hat sich bei Max Payne 3 einiges einfallen lassen um den Spieler bei Laune zu halten. Natürlich gibt es bekannte Modi wie Deathmatch und Team-Deathmatch sowohl mit acht als auch mit 16 möglichen Spielern. Ohne die wäre es auch kein echter Multiplayer. Dazu kommen auch Payne Killer und vor allem Gang Wars. Payne Killer ist ein „Zwei gegen den Rest“-Modus. Der erste Kill definiert die Rollenverteilung. Der getötete ist jetzt als Passos unterwegs, der Killer als Max Payne. Ausgestattet mit besseren Waffen, mehr Hitpoints und mehr Bullet Time mäht man in Zusammenarbeit die anderen Spieler nieder wie Grashalme, wenn da nicht die Kleinigkeit wäre, dass es von denen sechs gibt. Wird einer der Helden erledigt, nimmt sein Killer dessen Platz ein.

Der umfangreichste Modus ist Gang Wars. Er besteht aus fünf Abschnitten. In den ersten vier kann man sich einen Vorteil für den entscheidenden fünften erarbeiten, der dann allerdings ein reines Team-Deathmatch ist. Die ersten vier sind dafür umso abwechslungsreicher. In einem Spiel hat jeder Spieler nur ein Leben, im anderen muss man Taschen sammeln und an bestimmte Punkte abliefern. Bomben legen, bzw. es verhindern, oder einen bestimmten Spieler ausschalten oder beschützen. Das Erobern von Territorien wird in vier verschiedenen Varianten angeboten. Und dann wären noch das Team-Deathmatch mit begrenzter Anzahl Leben pro Team und die Flucht zu erwähnen, wobei ein Team überraschenderweise vor dem anderen flieht.

Alle Spielvarianten sind mit oder ohne (leichte) Zielhilfe spielbar. Verzichtet man auf sie, ist auch der Hardcoremodus offen, in dem „friendly fire“ ein, und die Selbstheilung ausgeschaltet wird. Dieser Modus ist allerdings erst ab einem bestimmten Spielerlevel erreichbar. Das sorgt dafür, dass man es hier nur mit erfahrenen Spielern zu tun hat. Im Hardcoremodus gibt es auch mehr Erfahrungspunkte zu sammeln als in den übrigen Spielvarianten. Das ist auf der einen Seite erfreulich für den guten Spieler, auf der anderen vergrößert es die Kluft zwischen den sehr guten, guten und den, sagen wir einmal, anderen, die sich auch ohne Hardcoremodus schon ganz schön weit auftut.

Im Max Payne 3 Multiplayer wird nicht lange diskutiert. Auch nicht bei den Devs, die Freunde der offenen Konfrontation sind.

Für Erfahrungspunkte kann man nämlich im Arsenal Waffen, Ausrüstung und die sogenannten Bursts kaufen. Bursts sind Hilfsmittel, die sich auf den Spieler oder auf sein ganzes Team auswirken. Es gibt etliche davon. Man kann die Positionen der Gegner für sein Team sichtbar machen, die Feuerkraft erhöhen, die Heilung beschleunigen, Verwirrung stiften indem man dem Gegner als Freund angezeigt wird und vieles vieles mehr. Auch die eigentliche Bullet Time ist im Multiplayer ein Burst. Die Auswirkung hält allerdings nur so lange an, wie man noch etwas Adrenalin zur Verfügung hat. Das wiederum bekommt man durch Kills oder Leichenplünderei oder teilweise auch aus Mitleid nach dem Respawn.

Die Waffen sind im Arsenal ebenfalls nur abhängig vom Spielerlevel zu bekommen. Neben XPs wird nämlich auch Geld durch Erfolg im Spiel erworben. Man kann sogar vor dem Spiel Geld darauf wetten, dass man gewinnt. Die richtig guten Wummen bekommt also der richtig gute Spieler zuerst. Jede der etwa 30 Waffen ist zudem auch noch aufrüstbar. Dazu muss man sie erfolgreich benutzen um im Waffenlevel aufzusteigen und zusätzliche Module kaufen zu können. Zusätzliche Ausrüstung ist ebenso vielfältig. Von der Schutzweste über Bauarbeiterhelme bis zur Gorillamaske ist alles erdenkliche zu erwerben. Und jedes Teil wirkt sich in einer weise auf das Spiel aus.

Die Vielfalt ist anfangs erdrückend und man braucht eine Weile bis man den Überblick gewonnen hat, was da eigentlich gerade passiert ist. Plündert man zum Beispiel eine Leiche, bekommt man Geld, XP und Ausrüstung. Ist es ein toter Gegner, bekommt man mehr davon. Hat man ihn auch noch selbst erschossen, ist der Bonus noch größer.Es gibt XPs und Geld für jeden Mist. Für die Rolle vorwärts, für das Setzen einer Wette, für die Benutzung von Bursts, für das Auslösen der Zeitlupe und sogar fürs Sterben. Wird man nämlich zwei mal vom gleichen Gegner erwischt, kann man eine Vendetta ausrufen und zusätzliche Punkte bekommen, wenn man ihn dann Blei schmecken lässt.

Häuserkampf im Team-Deathmatch-Modus.

Erfreulicherweise gibt es einen Faktor, der dieser ausufernden Diversität entgegen wirkt. Der Spieler darf nämlich nur drei Waffen, eine Granate,einen Burst und bis zu vier Ausrüstungsgegenstände in seinem Profil unterbringen, und das auch nur wenn diese Dinge das Gewichtslimit nicht überschreiten, das ihm gesetzt wird. Je leichter seine Ausrüstung ist, desto schneller setzt die Selbstheilung im Spiel ein und desto größer ist seine Ausdauer. Man kann sich mehrere Profile erstellen und sie sogar während des Spiels wechseln. Das ist vor allem bei Gang Wars interessant, da man hier vor dem Spiel weder die Map noch die Spielmodi der ersten vier Kapitel kennt.

Was man allerdings während des Spiels nicht tun kann ist jemanden einzuladen. Dafür muss man warten bis man wieder in der Lobby ist. Es werden teilweise sogar Spieler aus dem Raum entfernt, wenn die Parteien nicht ausgeglichen genug sind. Einladungen laufen auch nicht spielintern sondern über das SEN, was einen dazu zwingt aus dem Spiel heraus zu schalten und sich durch das PlayStation-Menü zu quälen. Die Maps sind abwechslungsreich gestaltet. Es gibt kleine, enge mit Anforderungen an die Reflexe und der Möglichkeit zum Nahkampf, aber auch weite, offenere, sowie „camperfreundliche“, die dazu einladen Deckung zu nehmen und sich gegenseitig über die Frontlinie hinweg zu beschießen.

Insgesamt erinnert vieles an den Multiplayer von Uncharted 3. Das muss nicht schlecht sein. Auch nicht für die, die Uncharted 3 nicht mochten, denn es wurden zwar einige Dinge übernommen, aber es scheint doch besser umgesetzt zu sein. Die Entwicklung steht eben auch im Multiplayerbereich nicht still. Das zeigt ganz besonders die Neuerung, die in Max Payne eingeführt wurde: Man kann nun endlich Crews bilden, die spielübergreifend erhalten bleiben. Jedes zukünftige Mehrspielerspiel von Rockstar wird mit der Crew spielbar sein, die man bei Max Payne 3 aufgestellt hat. Angefangen mit GTA V.

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