So manche Spiele lassen sich nur schwer in eine Schublade packen, was etwa für Rise of the Ravager gilt, das wie so manch anderer auf Desura veröffentlichte Indie-Titel irgendwo zwischen Casual-, Retro- und klassischem Arcade-Game eingeordnet werden kann. Aber so ganz wird man Rise of the Ravager von Gentleman Squid Studio dann auch wieder nicht gerecht, weil mehr im Spiel steckt, als man auf den ersten Blick vermuten darf. Es ist alles andere als leicht, bei den Bosskämpfen sogar bockschwer, und kann alleine oder zu viert im Multiplayer gespielt werden. Und es ähnelt im Gameplay sogar ein wenig dem seligen Guitar Hero und Konsorten.

Storytechnisch betrachtet haben in Rise of the Ravager sogar die Götter ihren Platz, zumindest muss der Spieler das Erwachen eines mächtigen Gottes verhindern, der die Welt zerstören würde, wogegen wir natürlich was einzuwenden haben. Aber eigentlich ist die Geschichte nicht so wichtig. Letztlich kämpft man in jedem Level gegen Horden von Gegnern, was den starken Arcade-Einschlag ausmacht. Das klingt klassisch hektisch und ist es auch, wobei Rise of The Ravager einen eigenen Pfad betritt, indem es Farben als Gameplay-Element einbindet. Ähnlich wie man bei Guitar Hero den richtigen Ton mit dem richtigen Button/Farbe zu treffen hat, kann man nur die Gegner zerstören, wenn man beispielsweise mit einem grünen Strahl auf grüne Gegner schießt. Vertut man sich dabei und das passiert gerade Anfang oft (zumindest mir), ist es sehr schnell vorbei mit der Herrlichkeit.

rise of the ravager

Hier ist Multitasking gefragt. Neben einer schnellen Reaktionsfähigkeit sollte man in Rise of the Ravager lieber nicht farbenblind sein.

Wem sogar noch die Bosskämpfe im normalen Modus zu einfach sind, der kann nach Abschluss der Rise of the Ravager-Kampagne noch ein Game Plus dranhängen, so wie es große AAA-Spiele auch ermöglichen. Im Multiplayer wird ähnlich dem Borderlands-System der Schwierigkeitsgrad skaliert, um es weder zu schwer noch zu einfach zu machen.

Mal abgesehen davon, dass Arcade-Games nicht jedermann´s Sache sind, lohnt ein genauer Blick auf Rise of the Ravager, gerade weil mehr unter der Haube steckt als auf den ersten Blick zu erkennen ist. Wer mobil unterwegs ist und keine Lust mehr auf den immergleichen Android– und iOS-Casualkram auf seinem Smartphone hat, ist mit Rise of the Ravager auf dem Laptop oder Ultrabook gut beraten. Es fordert, ärgert einen aber auch oft. Sehr oft sogar. Das muss man schon abkönnen, jedenfalls ist es in dieser Heftigkeit ungewöhnlich für einen Titel, der eher für zwischendurch gedacht ist.

Rise of the Ravager ist bereits erschienen und bei Desura erhältlich. Für diese Rezension wurde mir freundlicher Weise ein Download-Code vom Entwickler Gentleman Squid Studio überlassen, der an keine Bedingungen geknüpft war.