DayZ vs. The War Z! Was für ein Fight zwischen dem Zombie-Survival-Platzhirschen DayZ in der Blauen Ecke und dem mit den Hufen scharrenden Zombie-Survival-MMO-Emporkömmling The War Z in der Roten Ecke. Über insgesamt zwölf knallharte Runden misst sich die von ihren Fans verehrte ArmA 2-Mod DayZ mit dem nach Publikum buhlenden The WarZ. Möge der Bessere gewinnen! Los geht´s, Ring frei zur ersten Runde!

Runde 1: Spielkonzept

DayZ tänzelt locker und souverän im Ring, denn kein anderes Produkt verfügt annähernd über die gleiche Erfahrung darin, wie ein Zombie-Survival auszusehen hat. Immerhin ist es das erste und erfolgreichste seiner Art. In der offenen Spielwelt Chernarus gibt es keine klassischen Aufgaben zu erledigen, sondern es geht nur um das blanke Überleben, um den Kampf gegen Zombies und um die Suche nach Nahrung. Und um den unkalkulierbaren Faktor Mensch. Er kann dein bester Freund sein oder dein Mörder. Das alles erfand das DayZ-Team rund um Dean „Rocket“ Hall und landet schon direkt in Runde 1 einen mächtigen Kopftreffer bei The War Z, dass sensationell zu Boden geht. „Aber wir sind doch das komfortablere Zombie-MMO“ ruft Sergey Titov, Ausführernder Produzent vom The War Z-Entwickler Hammerpoint Interactive. Das reicht immerhin, um wieder auf die Beine zu kommen.

Runde 1 geht mit 10:8 an DayZ!

Runde 2: Zombies

Es scheint, als wäre sich DayZ beim Thema Zombies seiner Sache zu sicher. Anders kann man es sich kaum erklären, dass es seit Monaten keine Modifikationen oder neue Zombie-Arten gibt. Es gibt in DayZ u.a. die klassischen vor sich hin schlurfenden ebenso wie die am Boden kriechenden Zombies. Wittern sie Beute, sprinten sie los. Bei Tageslicht ist ihre Wahrnehmung feiner als bei Nacht. Gleiches gilt für The War Z, allerdings schrauben die Entwickler derzeit noch mächtig an der KI. In The War Z sind die Zombies robuster und teilen mächtiger aus, allerdings sind sie (noch?) eine Spur blöder. Immerhin steckt diesbezüglich bei The War Z mehr Phantasie drin, da verzeiht man auch kleine KI-Schnitzer.

Runde 2 ist ein Unentschieden! Gesamt: DayZ 20 Punkte // The War Z 18 Punkte

Die Animationen und das Aussehen der Zombies sind in The War Z ausgefeilter als bei DayZ. Dafür sind die Untoten noch ein wenig dümmer als beim Konkurrenten.

Runde 3: Steuerung + Gameplay

The WarZ beginnt die dritte Runde furios. Es schreit DayZ nach dem Gong ein lautes „INVENTAR“ entgegen, das merklich zusammenzuckt und die Defensive sucht. Keine Frage: DayZ muss aufpassen, das es vor lauter Umständlichkeit nicht über die eigenen Beine fällt. Das Inventar ist vom Handling her eine Katastrophe, einfache Aktionen sind viel zu kompliziert auszuführen und für Einsteiger kaum nachvollziehbar. Auch sonst ist die Steuerung hakelig. „RUCKSACK“ brüllt The War Z als nächstes und setzt einen Körpertreffer, DayZ krümmt sich. The WarZ verfügt über ein schlichtes, normales Inventar, das wie in jedem anderen MMO oder RPG ohne vorheriges Studium beherrschbar ist. DayZ wankt. Dass das Inventar auf ArmA 2-Mist gewachsen ist, scheint nur bedingt zu zählen. Während DayZ durch den Ring torkelt, beruft es sich darauf, dass immerhin jede Taste mit einer Aktion verbunden ist und diese Komplexität auch einen Wert im Vergleich zur flüssigen Kindergarten-Steuerung von The WarZ hat. Der Gong ertönt.

Runde 3 geht mit 10:9 an The WarZ! Gesamt: DayZ 29 Punkte // The War Z 28 Punkte

Runde 4: Grafik

Selbstbewusst kehrt The War Z nach der gewonnenen Runde zurück in den Ring. Im Grafikvergleich kann eigentlich nichts schief gehen, denn The War Z entsteht auf Basis einer moderneren Engine und muss nicht mit der ollen Technik von ArmA 2 leben. Überraschenderweise tänzelt DayZ wieder putzmunter an den Seilen entlang. Das technische Grundgerüst mag veraltet sein, aber DayZ punktet eindeutig damit, dass Chernarus realistischer daherkommt als das hübschere Colorado. „Wir haben echten Charakter und eine authentische Ausstrahlung, ihr nur eine generische Baukasten-Grafik“ ruft DayZ und schlägt The WarZ mitten auf die Nase. „Wir sehen aber trotzdem geiler aus“, antwortet The WarZ und fängt sich noch einen, bleibt aber stehen. Da die Wertungsrichter gestandene Männer und keine Kids sind, darf sich DayZ nach dem Gong zufrieden in die Blaue Ecke setzen.

Runde 4 geht mit 10:9 an DayZ! Gesamt: DayZ 39 Punkte // The War Z 37 Punkte

Chernarus in DayZ ist kein hochaufgelöstes Pixelspektakel, aber eine authentische Spielwelt – einer der Gründe, warum es als intensives Survival-Game so extrem erfolgreich ist.

Runde 5: Sound

DayZ betritt den Ring, im Wissen, dass das hier eine klare Sache wird. Das Endzeit-Szenario wird in DayZ soundtechnisch perfekt unterstrichen, es nervt keine Musik, es gibt nur postmoderne Soundschnipsel mit dem einen oder anderen atmosphärischen Schockmoment zwischendurch. The WarZ weiß, dass es in Sachen Sound nur unkreativ kopiert und versucht daher, wenigstens keine schweren Schläge einzustecken. Der Twin Peaks-Gedächtnissong im Menü hilft The WarZ dabei auf den Brettern zu bleiben, mehr ist aber einfach nicht drin.

Runde 5 geht mit 10:9 an DayZ! Gesamt: DayZ 49 Punkte // The War Z 46 Punkte

Runde 6: Map

Colorado vs. Chernarus heißt es hier und zweifelsohne schickt The WarZ eine ordentliche Map ins Rennen. Sie ist abwechslungsreich, bietet aber selten den perfekten Weitblick, mit dem das noch größere Chernarus punktet. Der relevantere Nachteil: Wenn in Colorado in The War Z schon die Wälder nicht echt wirken, wo dann sonst? The WarZ wird nervös und stellt auf Defensivtaktik um. DayZ weiß, dass es in der Chernarus-Map extrem großzügig und verschwenderisch zugeht: Nutzlose Inseln, viel Wasser, riesige Wälder und weitflächige Wiesenlandschaften. „Chernarus macht mich authentisch und dich oberflächig“, ruft DayZ und setzt einen Tiefschlag, den die Wertungsrichter aber nicht als solchen werten.

Runde 6 geht mit 10:9 an DayZ! Gesamt: DayZ 59 Punkte // The War Z 55 Punkte

Und morgen geht es schon weiter mit den entscheidenden Runden 7 bis 12! Wird The WarZ ein Comeback feiern können? Oder setzt DayZ sogar auf einen K.O.-Sieg? Es bleibt spannend!