Es gibt noch aussagekräftige Demos heutzutage! Gestern veröffentlichte Codemasters eine solche für seinen Ende Mai erscheinenden Arcade Racer DiRT Showdown, die über PSN, Xbox Marketplace und Steam heruntergeladen werden konnte. Spielbar waren jeweils ein Offline- und ein Onlinemodus. Neben den bekannten Stärken im Gameplay und in der Atmosphäre, die die DiRT-Reihe schon seit Jahren auszeichnet, gab es auch eine neue Schwäche. Eine große Schwäche. DiRT Showdown ist teilweise prollig. Leider schlecht prollig.

Im Solomodus ist noch alles gut. Im 8 Ball genannten Rennen kämpft der Spieler auf einem kleinem Rundkurs (in Form einer Acht) gegen sieben Gegner (schon wieder die Acht, potzblitz!) mit Haken, Ösen und Nitro. Entfernt erinnern der Modus an die Rennen aus DiRT 2, nur geht es hier enger, hektischer und brutaler zu. Ohne die Ellenbogen auszupacken geht hier gar nichts. Zerstörbar sind die Autos auch, was heißt: Mit Volldampf die Gegner rammen und selber mit Vorsicht agieren, um nicht unter die Räder zu kommen. Die Balance ist ausgezeichnet, das Rennen ist auch auf Profi machbar, aber nicht zu leicht. Die Steuerung ist sauber, so wie man es von Codemasters zu Recht erwarten darf. Allerdings: Für Forza oder Gran Turismo– Enthusiasten ist 8 Ball viel zu viel Arcade und viel zu wenig bis gar keine Simulation.

So weit 8 Ball an sich nicht weltbewegend, aber ganz ok ist, wird es mit dem Multiplayer-Rennen Destruction mehr als haarig. Eigentlich wird es richtig schlimm. Auf einem Rondell fährt man blöde im Kreis herum und wer am brutalsten die Gegner rammt, hat gewonnen. Das war´s, mehr kommt da nicht. Simpler geht es nicht, Destruction wirkt auf mich wie ein albernes Möchtegern-Twisted Metal für Grundschüler. Ohne Reiz, ohne Anspruch, dafür aber mit viel Krawumm.

Um in die eigenen Fußstapfen der DiRT-Reihe zu treten, muss Codemasters im endgültigen Spiel noch mehr bieten als sie es im Demo-Häppchen taten. So weit 8 Ball für ein paar nette Rennen sorgen kann, ist Destruction auf Dauer nur stark alkoholisiert zu ertragen. Weiß der Herrgott, warum Codemasters kein Race Driver Grid 2 produzierte, sondern diesen zwar ganz nett anzuschauenden, aber doch (zumindest auf den ersten Demo-Blick) belanglosen Fun Racer. Wer auf die Kacke hauen will, sollte meiner Meinung nach lieber noch mal Burnout Paradise spielen, das lohnt eher. Es wirkt auf mich leider so, als wollte Codemasters die für DiRT 3 verwendete Engine noch ein weiteres Mal melken.