FIFA 13 ist ein dickes Brett, das gebohrt werden muss. Und das sich mal wieder ganz nichts geändert hat und auch der diesjährige Release nur dreiste Ausbeutung ist, wie die Kritiker von Electronic Arts und den FIFA-Games behaupten, gehört für mich besonders in diesem Jahr ins Reich der Fabeln. Denn: FIFA 13 ist verdammt schnell und das Gameplay – hier insbesondere die Offensive sowie das Pass-Spiel – herausfordernd und aufregend. Was gleich blieb: Es ist immer noch Fußball und die Grafik ähnelt frappierend FIFA 12, auch wenn sie nicht identisch ist. Für eine ansprechendere Optik müssen wir wohl auf die PS4 und Xbox720 warten, aber das ist zu verschmerzen.

Um die Änderungen und sinnvollen Neuerungen im Gameplay von FIFA 13 näher zu beschreiben, wird konsequent und furchtlos der Marketing-Sprech von Electronic Arts herangezogen. Fangen wir mit der spürbarsten Innovation an – und es ist in meinen Augen wirklich eine – und die nennt sich FIRST TOUCH BALL CONTROL. Wir könnten es auch schlicht und einfach BALLANNAHME nennen, aber das wäre nicht cool. Jedenfalls ist es nicht mehr ohne weiteres möglich, jeden Pass optimal zu verarbeiten, ganz egal wie schlecht er gespielt wurde. Das gilt auch für Herrn Ronaldo und mit Blick auf den Konkurrenten gefällt es mir, dass sogar die Lichtgestalten des Weltfußballs menschliche Züge haben. Steht der Spieler schlecht zum Ball und der Pass kam zu hart oder ungenau, prallt der Ball ab. Der folgende Direktpass ist dann auch zum Scheitern verurteilt. Auch unverzüglich in den Sprint zu wechseln, wird nicht zum Erfolg führen. Es muss sauber Fußball gespielt werden. Ansonsten hat der Verteidiger leichtes Spiel. Mir gefällt das und wer darüber jammert, sollte sich einfach mehr Mühe geben!

Man kann es erahnen: Der zentrale Chelsea-Stürmer versucht sich gefährlich im Rücken von Jerome Boateng frei zu laufen. So sehr die Defensive von FIRST TOUCH BALL CONTROL profitiert, wird sie genauso von ATTACKING INTELLIGENCE in FIFA 13 unter Druck gesetzt. Das nenne ich gutes Balancing!

Viele empfanden FIFA 12 als zu defensivlastig. Das neue Verteidigungssystem war komplex, nicht leicht zu beherrschen und sorgte für zähe Spiele. In FIFA 13 sieht das anders aus. Zum einen, weil das Spieltempo generell mächtig anzog und zum anderen verfügen die Mitspieler über die ATTACKING INTELLIGENCE. Wir könnten sie auch schlicht und einfach KI nennen, aber das wäre nicht cool. Es ist aber eine Freude zu sehen, wenn bei einer offensiven Taktik die Außenbahnspieler wild gestikulierend den Ball einfordern und in den freien Raum sprinten. Aber auch Mittelfeldspieler versuchen sich aktiv ins Geschehen einzubringen, was FIFA 13 sehr lebendig macht. Wobei klar gesagt werden muss: FIRST TOUCH BALL CONTROL und ATTACKING INTELLIGENCE können zu Beginn frustrierend sein. Viele Angriffe scheitern, weil der Diego Maradona-Gedächtnispass zwar super in Richtung des Mitspielers ging, nur leider eine Spur zu hart war. Und dann hat halt der gegnerische Verteidiger den Ball und kann schauen, was er aus der ATTACKING INTELLIGENCE herauskitzelt.

Und jetzt mal ein bisschen Namedropping, aber nur ein kleines bisschen: Es geht um das COMPLETE DRIBBLING in FIFA 13, das angeblich von Lionel Messi inspiriert wurde. Interessant. Nur hat sich meiner Meinung nach in Sachen Dribbling nichts, aber auch gar nichts zum Vorjahr verändert. Der Ball kann immer noch wunderbar abgeschirmt werden, die 360 Grad-Steuerung funzt beim Dribbling immer noch (wenn man es beherrscht – ich gestehe, hier rumpeln meine Jungs manchmal), daher entpuppt sich dieser Slogan als heiße Luft.

Ist aber auch egal. Denn ob in der Liga gegen die KI oder online in einem der gefühlten 463 Spielmodi: FIFA 13 für PS3 und Xbox360 ist ein gelungener Jahrgang und stellt die gar nicht mal so üble, aber im Vergleich doch uninspirierte PlayStation Vita-Version von FIFA 13 deutlich in den Schatten. Klar: Wer die große Revolution erwartete, wird jedes Jahr auf das Neue enttäuscht und wird es auch in der nächsten Konsolengeneration werden. Es ist Fußball und bleibt Fußball. Bei mir gibt es noch massiv Luft nach oben im Spielaufbau (FIRST TOUCH BALL CONTROL!), nur habe ich das Gefühl, dass es lernbar und nicht schlecht programmiert ist. Bei den Online-Matches schien es meinen Gegnern ebenso zu gehen. Daraus entwickelten sich spannende und intensive Partien. Bleibt es so dramatisch, belästige ich euch Leser noch mit einer Review zu den Online-Modi! Juhu!

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