Schaut man auf die Online-Möglichkeiten bei FIFA 13, fallen drei Kernfeatures auf: FIFA Ultimate Team (FUT), Virtuelle Bundesliga und die Saison. Letzteres ist mittlerweile ein klassischer Bestandteil in der FIFA-Reihe, die Virtuelle Bundesliga ist völlig neu und FIFA Ultimate Team geringfügig erweitert worden. Also wurde tatsächlich von Electronic Arts mit der Virtuellen Bundesliga sogar ein Rad neu erfunden (hört, hört!) und man muss es den Kanadiern lassen, dass sie in Kooperation mit der DFL/Bundesliga eine interessante Geschichte für FIFA 13 ausgearbeitet haben. Herzstück ist und bleibt das FIFA Ultimate Team, bei dem man sein eigenes Team nicht im klassischen Managermodus, sondern durch Spielerkarten auf- und umbaut – und sich auch online mit anderen FUT-Teams messen kann. Für alle Spielmodi gilt aber das Gleiche: Spaß macht es nur, wenn das Gameplay funktioniert und die Partien dramatisch sind. Aus meiner Sicht trifft beides zu 100 Prozent zu, was vor allem an den KI-Verbesserungen und dem veränderten Passspiel liegt. Auch das Matchmaking durch das Ligasystem im Saisonmodus sorgt für spannende Spiele auf Augenhöhe – zumindest wenn die Technik mitspielt. Ärgerlich sind die Verbindungsabbrüche und Freezes, die seit dem Release manches Online-Match verhindern. Hoffentlich sorgt der erste Patch für stabilere Verbindungen. Auch bei der Aktivierung des Online-Passes gibt es bei Schwierigkeiten: Bei mir klappte es nach dem zweiten Download aus dem PSN, bei anderen erst nach einem Neustart und dem erneuten Download der Online-Pass-Datei für PS3 oder Xbox360 – hier scheint (noch und leider) Geduld gefragt zu sein.

Mit FIFA 13 wurde der Spielaufbau auf eine neue Stufe gehoben und dass das komplexere Passspiel ein wenig Übung benötigt, wird besonders deutlich bei den Online-Spielen. Bei meinen ersten Saisonspielen – ich schätze in diesem Modus werden immer noch die meisten Partien gespielt – rumpelte es auf beiden Seiten zuerst noch mächtig, bevor Spielfluss aufkam. Auch die Zeit des Abtastens dauerte meinem Empfinden nach ein wenig länger, bevor es zur Sache ging. Das dürfte in einigen Wochen, wenn die Weiterentwicklungen von FIFA 13 verinnerlicht wurden, anders aussehen. Aber: Wenn beide Seiten das Offensivspiel annähernd beherrschen, entwickeln sich hochspannende Matches, bei denen es rauf und runter ging. Und, ganz wichtig: Tore fallen vor allem nach schönen, ausgeklügelten Kombinationen und weniger nach Alleingängen und unrealistischen Dribblings. Daher zählt das Auge und die hohe Konzentration manchmal mehr als die Fingerfertigkeit, was mir persönlich sehr sympathisch ist. An sich wurde an dem Online-Saison-Modus nicht geschraubt: Weiterhin besteht eine Season in FIFA 13 aus zehn Spielen und eine vordefinierte Anzahl an zu erreichenden Punkten entscheidet darüber, ob man mit seinem Team die Klasse hält, auf- oder absteigt. Auch ein Pokal wurde wieder integriert.

Bei der Matchsuche im Online-Saisonmodus von FIFA 13 kann man sehr fein nach möglichen Gegnern suchen. Sollen es Teams mit ähnlichen Fähigkeiten sein, dann kann es für den BVB gegen Arsenal gehen. Aber nicht gegen Barca. Öffnet man die Fähigkeiten-Restriktionen, duelliert man sich vielleicht sogar mit Paderborn, sofern jemand mit denen spielt.

Ganz unten fängt man beim FIFA Ultimate Team an, zumindest was die Skills der Spieler betrifft. Auch mit ein oder zwei kostenlosen Ultimate Team-Bonus Kartensets wird aus einer Kloppertruppe kein Dream Team. Dafür müssen durch Offline- und Online-Matches Punkte und Erfahrung gewonnen sowie clever getauscht werden. FIFA Ultimate Team ist sicherlich das Langzeit-Feature unter all den Spielmodi und entfaltet seinen Reiz erst mit der Zeit, wenn die Identifikation mit seinem eigenen Team aufgebaut wurde. Dazu gehören Siege wie eben auch das Gefühl, den Kader selbst zusammengestellt zu haben.

Highlight bei FIFA 13 Online: Ultimate Team

Neu ist bei FIFA Ultimate Team in FIFA 13 nur die Benutzerführung, die Neulingen den Ultimate Team-Modus ordentlich erklärt und ein wenig leitet. Nachdem ein Teamkapitän ausgewählt wurde, lernt man, wie eine Mannschaft aufgebaut und auf dem Transfer- bzw. Auktionsmarkt optimiert wird. Im FUT-Onlinemodus spielt man Mann-gegen-Mann-Saisons mit Freunden oder anderen FUT-Spielern nach bekanntem Muster. Nach 10 absolvierten Ligapartien ist man schlauer und weiß, wo es hakt im Team. Leider, leider, zicken auch momentan noch die Server, was dazu führte, dass Spieler nur schwer verkauft werden konnten oder Matches nach Verbindungsabbrüchen entweder nicht starteten oder kurz vor Anpfiff abgebrochen wurden.

Nee, das ist nicht Windows 8, sondern das Hauptmenü von FIFA Ultimate Team.

Für den deutschsprachigen Raum wurde in FIFA 13 die Virtuelle Bundesliga eingeführt. Das ist so eine Neuerung, bei der man sich fragt, warum es sie nicht schon viel früher gab. Und ich bin mir sicher, dass die Virtuelle Bundesliga keine Eintagsfliege wird, sondern sich zu einem festen Bestandteil des FIFA-Franchises entwickelt. Erst einmal, weil es hochinteressant ist, die Bundesliga nicht gegen die KI zu spielen, sondern gegen echte Fans ihrer Mannschaften. Und dann bindet es den Gamer emotional an FIFA 13 und diesen Modus – auch weil man nicht mal kurz neustarten kann, sondern Teil einer größeren Geschichte ist. Nicht zuletzt ist der Aspekt Lizenzen wichtig. Dafür zahlt EA mächtig Kohle und mit der Virtuellen Bundesliga wird sie sogar sinnvoll eingesetzt.

Bundesliga ganz sozialistisch…

Damit die Meisterschaft spannend bleibt und nicht von vorneherein durch zu große Unterschiede bei den Spielfähigkeiten vorentschieden wird, werden die Spielstärken aller Teams angeglichen, so dass nur die tatsächlichen Fähigkeiten der Gamer den Unterschied machen. So haben alle Spieler aller Mannschaften den Wert 85. Das ist fair und entlarvt übrigens auch den schlechten Charakter des Autors: Bei den Saisons spiele ich nämlich mit dem BVB, bei der Virtuellen Bundesliga mit Fortuna Düsseldorf, denen ich eigentlich eher verbunden bin. Shame on me! Die Virtuelle Bundesliga in FIFA 13 startet offiziell am 1. Oktober und läuft bis zum März 2013.

Das Menü bei der Virtuellen Bundesliga gleicht dem der normalen Saison. Nur geht es hier nicht um dich, sondern um deinen Verein!

Natürlich gibt es in FIFA 13 noch weitere Möglichkeiten online zu spielen als im Saisonmodus, in der Virtuellen Bundesliga oder mit dem FUT. Etwa mit Be a Pro oder ganz klassisch im Freundschaftsspiel mit einem Kumpel. Wobei Freundschaftsspiele die größte Freiheit bieten eine Partie ganz nach eigenem Geschmack in Sachen Spiellänge und Einstellungen zu absolvieren. Langweilig wird es jedenfalls nicht und mit Blick auf FIFA Ultimate Team dürfte es über das ganze Jahr was zu tun geben. Sofern die EA-Server mitspielen…

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