Na, da ist Medal of Honor Warfighter doch noch für etwas gut, denn es garantierte mit einem kleinen zeitlichen Vorsprung den Zugang zur Battelfield 4 Beta. Vorab: EA und DICE präsentieren mit Siege of Shanghai eine einzige Map, die durchaus spektakulär designt wurde, mit Conquest und Domination zwei Spielmodi, mehr als solide Technik und hier und da sinnvolle Modifikation, wie etwa das verlangsamte Spieltempo. Dennoch: Das Rote Kreuz (ja, kein Scherz) hat mir mit seiner Forderung nach einem Kriegsrecht in Spielen einen kleinen, aber gewaltig zirkulierenden Gedanken ins Hirn gesetzt, der mich nicht loslässt und mit Blick auf die Battlefield 4 Beta dem ganzen einen latent oberflächlichen Beigeschmack gibt. Um es diplomatisch auszudrücken.

Natürlich sollte man differenzieren. In der Battlefield 4 Beta wird nur der Multiplayer in kleinem Umfang gespielt, der wie eh und je als reiner Shooter konzipiert wurde und auch gar nicht den Anspruch hat, mit einer Story oder einem annähernd komplexen Hintergrund zu glänzen. Dennoch: Als quasi-realistische Version von Call of Duty darf man ja mal darüber nachdenken, wo neben technischen und gameplayrelevanten Änderungen noch Luft nach oben ist. Ethik im Krieg ist an sich ein spannendes (und natürlich trauriges) Thema und besonders bei der heftigen Ballerei im Conquest-Modus kann man sich schon fragen, warum eigentlich wer wen in dieser Brachialität förmlich zermalmt. Später dazu mehr. Kurz das Gehirn wieder ausgeschaltet und deskriptiv auf die Battlefield 4 Beta geschaut: Natürlich ist der Hub wieder battlelog, es gibt mit Assault, Medic, Engineer und Sniper vier Klassen, nun aber mit zwei Slots für Upgrades. Im Conquest-Modus sichern und erobern maximal 64 Spieler sowie in Domination 32 Spieler die Stellungen auf der Siege of Shanghai Map. Der Unterschied: Bei Coquest dürfen Panzer, Helikopter etc. genutzt werden, während Domination ein reiner Infanterie-Modus ist.

battlefield 4 beta conquest

Die Stellung wurde in Schutt und Asche geschossen; das einstürzende Hochhaus im Conquest-Modus der Battlefield 4 Beta ist schon ein Hingucker und auch gameplaytechnisch relevant.

Und genau da setzt die Kritik an: Der Conquest-Modus ist viel zu fahrzeuglastig ausbalanciert und hat mich – der eher als Infanterist agiert – zunehmend frustriert. Zwar sind Panzer durchaus verwundbar (und Helikopter noch einfacher vom Himmel zu holen), aber für meinen Geschmack gibt es zu viele von ihnen. Ehe man sich versieht, „darf“ man spawnen und das sollte ja nicht der Sinn der Sache sein. Schade ist das, denn an sich ist Siege of Shanghai ein optischer Hingucker von ordentlicher Größe, gut verwinkelt und reizvoll, aber leider (noch) nicht dementsprechend umgesetzt. Ganz zu schweigen von den Sniper-Schützen, die die erhobenen Positionen regelrecht bevölkern.

Battlefield 4 Beta: Domination besser ausbalanciert

Dagegen gefällt eher der Domination-Modus als reines Infanterie-Spekatakel, das zwar auf einer verkleinerten Map angesiedelt wird, dafür aber besser ausbalanciert ist. Gameplaytechnisch ist Domination sehr nah bei beliebigen Multiplayer-Shootern, aber das soll kein Makel sein, denn Domination funktioniert. Meinem Eindruck nach arbeiten hier – trotz Public Server – die Squads besser zusammen als bei Conquest, jedoch ist das rein subjektiv und vielleicht nicht allgemeingültig. Als Grund für die gute Kooperation im Squad sehe ich die geringere Ablenkung durch nicht vorhandene Fahrzeuge und daher mehr Ruhe im Spiel. Dazu passt das allgemein leicht gedrosselte Spieltempo. In Domination hat die Battlefield 4 Beta kaum noch was von einem Quasi-Arcade-Multiplayer-Shooter á la CoD, sondern geht eher in die Richtung eines Insurgency.

battlefield 4 beta domination

Optisch präsentiert sich die Battlefield 4 Beta (beinahe) ohne Fehl und Tadel, hier im Domination-Modus.

Ein kurzer Blick auf die Technik: Im Vergleich zu Battlefield 3 ist die Battlefield 4 Beta zwar kein Quantensprung, aber dennoch merklich verbessert. Besonders, was etwa die Licht- und Raucheffekte sowie das Wasser betrifft. Richtig, gameplayrelevant ist das nicht, aber hübsch anzusehen. Leicht störend ist Kantenflimmern hier und da, aber kein Drama. Um so zu tun, als spiele man wirklich eine echte Beta (man schaue auf die erste Antwort beim FAQ) und keinen Serverkapazitätstest, gab es hier und da mal ein paar Abstürze und zwei, drei Mal verweigerte mir das Spiel das spielen, aber eigentlich kann ich in Sachen Stabilität nicht klagen. Ansonsten fehlte mir die Muße für einen vertieften Blick ins battlelog, aber dafür kann ich die Phinphins-Review empfehlen, der sich u.a. das battlelog genauer angeschaut hat.

Aber: Mir blieb besonders der Conquest-Modus im Halse stecken. Vielleicht ermüden mich reine MP-Shooter mittlerweile und es ist meine „Schuld“, warum sich die Begeisterung in Grenzen hält. Im Last of Us-Multiplayer, den ich zuvor als letzten MP-Shooter spielte, gab es bei all seinen Schwächen immerhin eine Art Story und einen Grund zu kämpfen (Überleben), hier kämpft man nur um des kämpfen willens. Ja, das war immer so bei Battlefield und das macht die Battlefield 4 Beta genretechnisch zu keinem schlechten Spiel, reicht mir persönlich aber nicht mehr so ganz. Gerade bei der serientypischen Gewaltorgie im Conquest-Modus mit Panzern & Co, wo es nur so wummst und kracht. Also: Ich kritisiere nicht die Battlefield 4 Beta an sich, sondern bin einfach generell nicht mehr glücklich damit. Mir fehlt der Grund, die Waffe in die Hand zu nehmen, sozusagen. Auch einen gewissen Anspruch spreche ich dem Spiel nicht ab und komplex ist es sicherlich auch, wenn man gezielt und ernsthaft mit Perks und Upgrades hantiert. Alles okay so. Trotzdem werde ich später wohl in der Vollversion eher einen Blick auf die Kampagne als auf den Multiplayer werfen.