Mal wieder ein Kracher für die PlayStation Vita! Zumindest ist das Vita-exklusive Gravity Rush in Japan ein großer Erfolg, wo es unter dem Titel Gravity Daze wie warme Semmeln über den Ladentisch ging. Bevor das von Sony Japan entwickelte Spiel bei uns Mitte Juni erscheint, haben wir schon die Möglichkeit, einen genauen Blick auf die Demo (hier geht es zum Bericht über die Vollversion) des ersten Open World-Games für die Vita zu werfen. Da beispielsweise das Monster Hunter-Franchise oder viele J-RPG anscheinend nur auf dem Heimatmarkt und außerhalb der Grenzen kaum bis gar nicht funktionieren, können wir gespannt sein, wie sich Gravity Rush im Westen schlagen wird.

Die Demo hält sich nicht lange mit der Vorgeschichte auf. Wir erfahren, dass unsere Heldin ihr Gedächtnis verlor und weder weiß wer noch wo sie gerade ist. Das ist nicht der einfallsreichste Start in eine Story, aber dafür weiß das Setting zu begeistern. Zumindest wenn man den Cell Shading-Look á la Borderlands mag. In Gravity Rush befinden wir uns in einer Steampunk-ähnlichen Welt (ähnlich, weil bunt), die im ersten Demokapitel lebendig und ansehnlich umgesetzt wurde. Nachdem die Heldin den ersten Schreck verkraftete, verfolgt sie eine Katze, die die Schwerkraft aufhebt – und wir das spezielle Gameplay kennenlernen, das Gravity Rush ausmacht und aus der Masse hebt. Aber vorher noch einmal zur Wiederholung: Eine Katze (!) hebt die Schwerkraft auf, (noch) ohne ersichtlichen Grund. Auch nach der Demo bin ich gespannt, wie Sony diesen Katzenzauber in eine annähernd glaubhafte Story packen möchte.

Die Welt aus einem anderen Blickwinkel.

Wenn Gravity Rush eines direkt spürbar richtig macht, dann ist es die Steuerung. Mit der rechten Schultertaste schwebt die Heldin, mit der linken Schultertaste aktiviert sie die Schwerkraft wieder. Die Kamera wird wie gewohnt mit dem rechten Stick gesteuert und mit dem linken Stick der Charakter bewegt. Das funktioniert hervorragend und intuitiv, die Reaktionszeiten sind kaum zu wahrzunehmen und so stellt sich schon sehr schnell das Gefühl ein, die Heldin im positiven Sinne zu beherrschen.

Nach den ersten Sprung- und Flugübungen treffen wir auf die düstere Raven, die mehr über unsere Heldin zu wissen scheint. Hier bleibt die Story, präsentiert als per Wischgeste zu steuernder In-Game-Comic, noch sehr vage und für meinen Geschmack (auch für eine Demo) noch zu konfus. Nach einer kleinen Schlägerei, die wir beobachten, geht es schon zum zweiten und letzten Demokapitel, bei der wir die ersten Kampftechniken erlernen.

Mit Blick auf die leichte Bekleidung unserer Heldin und der mysteriösen Raven scheint Sony Japan den männlichen Gamer als Zielpublikum erwählt zu haben.

Zuerst behalten wir in kleinen Scharmützeln gegen Mini-Monster locker mit ein paar Tritten die Oberhand. Kicks werden mit dem Viereck aktiviert, ausgewichen wird per Wischgeste. Anschließend bekommen wir es mit einer größeren Bossvariante zu tun, bei der wir – wie gehabt und bekannt – immer auf die leuchtenden Körperteile zielen. Bei Gravity Rush nutzen wir einen Tempokick, den wir aus Schwebe starten und der ebenso wie alle Moves sehr leicht von der Hand geht. Nach unserem Sieg ist dann nach rund 15 bis 20 Minuten die Demo schon vorbei.

Und lässt mich zwiegespalten, aber doch optimistisch zurück. Die attraktive und fantasievoll gestaltete Jules-Verne-Welt macht auf der Vita mächtig Eindruck. Das flüssige Gameplay und die direkte Steuerung lassen keinen Zweifel daran, dass Gravity Rush ein speziell für die PlayStation Vita entwickeltes Spiel und keine Durchschnittsportierung ist. Das Open World-Setting lässt die Demo nur bedingt erahnen, wirkt aber in Verbindung mit den Flugfertigkeiten der Heldin sehr verlockend. Als Actionspiel funktioniert Gravity Rush sicherlich, nur gibt es auch noch eine Story. Und bei ihr bin ich mir nicht sicher, ob ich sie werde ernstnehmen können. Dazu kommt noch ein gewisser J-Kitschfaktor, der aber Geschmackssache ist – und mit Blick auf die Demo noch in annehmbaren Grenzen gehalten werden könnte. Der große Pluspunkt für Gravity Rush ist die Flaute auf dem Vita-Spielemarkt. Abgesehen von Resistance: Burning Skies fehlt die ebenbürtige Konkurrenz und damit sinkt zugleich die Gefahr, dass Gravity Rush untergeht.

Hier geht es zur Rezension über die Vollversion von Gravity Rush!