Der Drache ist rot. Und er spricht. Seltsam. Er reißt unser Herz heraus. Damit endet aber Capcom´s Rollenspiel Dragon´s Dogma nicht, sondern es ist der Beginn der Hauptstory nach einer recht ausführlichen und spannenden Tutorialmission. Denn unser Held lebt auch ohne seine Pumpe weiter und begibt sich auf die Suche nach dem Drachen und seinem Herzen. Die erste größere Drachensequenz ist kurz gehalten, aber fantastisch inszeniert. Ein spezielles Skyrim-Dovakiin-Feeling kam schon auf – schließlich ist unser Held der Erweckte – aber glücklicherweise stellte sich nicht das Gefühl ein, eine billige Kopie von Skyrim zu spielen. Auch wenn Dragon´s Dogma ein japanisches Rollenspiel ist, wirkt es doch in vielen Bereichen klassischer als Skyrim, dem Primus unter den modernen RPG.

Nachdem die Vorgeschichte erzählt wurde, wählen wir unsere Klasse aus, die bei Dragon´s Dogma „Laufbahn“ heißt und fest mit speziellen Fähigkeitsattributen, der Ausrüstung und den passenden Waffen verknüpft ist. Zur Auswahl stehen der Kämpfer, der Streicher und der Magier. Der Kämpfer ist Nahkampfspezialist und führt Schwert und Schild. Seine speziellen Fertigkeiten sind zu Beginn die Explosion, bei der man dem Ziel entgegenrast und mit einem gewaltigen Schlag zusetzt sowie der Schildruf als Krachmacher und Lockruf. Der Streicher ist ein flinker Meister des Bogens und kämpft mit Dolchen. Seine Skills sind zu Beginn der Dreifache Pfeil sowie der Scharlachrote Kuss, der einem kleinen Dolch-Wirbelsturm ähnelt und auf einen Punkt des Gegners konzentriert wird. Der Magier arbeitet natürlich klassischer Weise mit Stäben und kann heilen. Seine erste spezielle Fertigkeit ist der Kamin, ein Feuerball, der bei Körperkontakt explodiert und das Ziel sowie dessen nächste Umgebung in Brand setzt. Die zweite Fertigkeit ist das Magische Siegel, das die Gesundheit bei Berührung erneuert.

Unser Fischerdorf. Ein schöner Ort. Wäre da nur nicht die Angst vor dem Drachen und den fiesen Bestien im Meer.

Ich entschied mich für den Streicher, aus strategischen Gründen. Beim Kämpfer vermutete ich zuviel des Buttonsmashings und den Magier verschmähte ich, weil ich keine Lust auf Heilungszauber und Geballer habe. Für Letzteres spiele ich lieber das grandiose Max Payne 3. Und jetzt, wo wir wissen, wer wir sind und was wir können, ist es an der Zeit loszulegen. Nach kurzem Geplänkel in der Hütte geht es raus ins Fischerdorf…und schon an diesem Punkt gibt uns Dragon´s Dogma erstaunlich viele Freiheiten, das zu machen, worauf wir Lust haben.

Wir können straight der Hauptstory folgen oder kleine Nebenmissionen erledigen, wie etwa ganz klassisch diverse Heilpflanzen zu sammeln. Ich entschied mich dafür, erst einmal am Strand entlang zu spazieren und anschließend in Ezio Auditore-Manier über die Dächer des Dorfes zu springen. Natürlich ist Dragon´s Dogma kein Assassin´s Creed, aber das Gameplay geht sehr flüssig von der Hand und gelenkig ist unser Held auch. Mein einziger Kritikpunkt an der Gestaltung des  Fischerdorfes: Ein bisschen mehr Trubel hätte die Atmosphäre verstärkt, so wirkt es recht verlassen, ist aber trotzdem schön anzuschauen. Und, liebe Freunde bei Capcom, die nachladenden Objekte und Texturen müsst ihr dringend für die PS 3 per Patch in den Griff kriegen!

Dieser freundliche Zyklop bittet zum Tanz. Ein schöner erster Test, um das Kampfsystem zu erproben.

Wer sich unerkannt aus dem Dorf stehlen möchte, kriegt es anschließend mit der Hauptstory zu tun. Der Dorfälteste stellt uns einen Vasallen vor. Keinen Knecht, sondern eher einen Partner im Kampf – und Konkurrent beim Sammeln von Gegenständen, wie sich später noch herausstellen wird. Die Vasallen reisen aus dem so genannten Rift zu uns und sind…beinahe Menschen, nur ohne den speziellen menschlichen Funken. Hier wird Dragon´s Dogma poetisch und philosophisch zugleich.

Eine schöne Idee, die aber schnell von unserem nächsten Auftrag überlagert wird. Wir müssen zum nächstgelegenen Lager und lernen dort einen ominösen Riftstein kennen. Ihm müssen wir beweisen, dass wir wirklich der Erweckte sind und uns im Kampf stellen. Wie gut, dass sich ein riesiger Zyklop dem Lager nähert und wir zusammen mit unserem Vasallen unsere Fähigkeiten im Kampf ausprobieren können. Und, soviel sei schon jetzt verraten, die Kämpfe sind sehr actionlastig und fordernd. Aber zum Glück erhalten wir zusätzliche Unterstützung aus dem Rift. Mehr zum Kampfsystem und der Vasallenauswahl im Rift lest ihr im dritten Teil des Tagebuchs.

Hier geht es zu Dragon´s Dogma: Day 1

Hier geht es zu Dragon’s Dogma: Day 3

Hier geht es zu Dragon’s Dogma: Day 4