Das PSN-Debakel aus dem letzten Jahr haben wir alle noch in bester Erinnerung. Sony erst recht. Nun wurden einige Maßnahmen bekannt, die Sony einleitete um sein mittlerweile in Sony Entertainment Network (SEN) umbenanntes Netzwerk vor neuen Hackerattacken zu schützen. Und wie wir sehen, geht Sony diesbezüglich einen Weg, den man durchaus konsequent nennen kann, der aber auch dem einen oder anderen Kunden zu weit gehen dürfte. Denn es geht nicht nur um Sicherheit, sondern auch um gezieltes Datensammeln, bei dem niemand genau weiß, inwiefern und ob nicht davon auch der “ganz normale User” betroffen ist. Man kann aber leider davon ausgehen, da Sony derzeit dem Vernehmen nach Daten sammelt, um Gamer-Profile zu erstellen.
Laut dem australischen Branchenblatt SC Magazine gründete Sony ein sogenanntes Security Operations Centre (SOC), dass von HP und Arcsight betrieben wird. Sie berichten an Brett Wahlin, dem neuen SEN-Sicherheitschef und früheren Chief Security Officer von McAffee. Zuvor war er unter anderem acht Jahre lang als Counter-Intelligence Office für das US-Militär tätig - und dürfte damit durchaus als Experte für Gegenspionage durchgehen. Aufbauend auf seinen Erfahrungen gegen staatliche Angriffe aus dem Netz und mit FBI-Profiling-Methoden will Wahlin bei Sony einen Abwehrmechanismus perfektionieren, der speziell auf die Systematik von Anonymous & Co zugeschnitten ist. Auch wenn Details unbekannt bleiben, bestätigt Sony, dass die Datenströme im SEN-Netz genau beobachtet und jedwelche Besonderheiten schnell identifiziert werden können. Diese Aufgabe ist sicherlich sehr komplex, denn Wahlin ist für alle Sony-Onlinedienste verantwortlich.
Dass ein Unternehmen die Bewegungen in Sony-relevanten Netzwerken überprüft und nach Auffälligkeiten fahndet, kann man durchaus erwarten und es ist auch absolut nichts Neues. Es geht um die Sicherheit, um sensible Daten und da darf sich ein Unternehmen gerne in größerem Stil engagieren. Das Sony darum bemüht sein dürfte, ein weiteres Debakel zu verhindern, ist nachvollziehbar. Dem Anschein nach geht Sony dabei aber recht offensiv vor. Konkrete Gegenspionage darf man Sony sicherlich nicht unterstellen, aber es hat schon Gründe, wenn die Vergangenheit des neuen Sicherheitschefs öffentlich kommuniziert wird. Vielleicht möchte Sony die Szene nur einschüchtern, vielleicht spielen sie aber auch mit - auf ihre Art. Wenn das Sicherheitsteam aktuell an Profilen des Durchschnittsgamers arbeiten, dürfte es als sicher gelten, dass sie die Datenströme genau dieser Gamer (auch zu Marktforschungszwecken) beobachtet. Und das sind wir.
1 Antwort : “Sony is watching you”


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