Mit viel Tamtam kündigte Ubisoft den dritten Teil seines Flagschiffs Assassin´s Creed an. Nicht mehr ganz überraschend ist die neue Location das Nordamerika zur Zeit des Unabhängigkeitskriegs im 18. Jahrhundert, was ein erfrischend unverbrauchtes Szenario ist. Ansonsten: Superlativen, wo man nur hinschaut. Teuerstes Ubisoft-Projekt aller Zeiten. Noch nie waren soviel Mitarbeiter in die Spielentwicklung einbezogen. Beste Ubisoft-Grafik seit Menschengedenken dank der neuen AnvilNext-Engine. Die spielbare Fläche ist 1,5 Mal größer als bei Assassin´s Creed Revelations. Der neue Held nennt sich Connor, hat aber den eigenwilligsten Namen nicht nur der Ubisoft-Geschichte, sondern der Gamehistorie insgesamt: Ratohnaké:ton. Wow, was für ein Name! Klingt sehr indianisch und soll es wohl auch sein. Ein Mohawk! Und es gibt, laut Yves Guillemot, CEO von Ubisoft, “sehr viel mehr Gameplay”, wie er auf der GDC betonte.

Und genau da beginne ich zu stutzen. Mehr Gameplay, was heißt das eigentlich? Mehr Spielzeit? Sonst ist alles neu, anders und größer. Wenn man sich den Trailer anschaut (siehe unten), sieht man eines nämlich nicht: Gameplay. Keine einzige Szene. Das ist nicht ungewöhnlich, siehe die Trailer aus der Call of Duty-Serie, aber möglich wäre es gewesen, Spielszenen ein halbes Jahr vor dem Release zu zeigen. Noch mal den Blick auf den Trailer: Ein Tomahawk scheint zur Standardausrüstung zu gehören, ansonsten sollte sich an den Kämpfen nicht allzu viel ändern. Es wird nicht mehr (nur?) auf den Dächern gehüpft und gesprungen, sondern im Wald. Das wird wahrscheinlich keine weltbewegenden Gameplay-Änderungen mit sich führen, sollte aber eingefahrene Spielmechaniken auflockern. Und die Engine scheint Massenschlachten zu können. Hier ist es aber fraglich, ob solchen Sequenzen wie bei Abschluss des Trailers überhaupt spielbar sein werden. Abseits des Trailers gibt es sonst noch folgendes zu vermelden, wozu mehr in der Printausgabe des Game Informer zu lesen sein wird: Wie bei Red Dead Redemption darf gejagt und Geld verdient werden, sogenannte “Clubs” geben einem Missionen, die Jahreszeitenwechsel werden animiert, Schnellreisen sind möglich - und es wird keine Tower Defense-Spielereien geben. Zum Multiplayer hielt sich Ubisoft noch bedeckt, es müsste aber mit dem Teufel zugehen, wenn darauf verzichtet werden würde.

Zurück zum Gameplay: Es wird sich wohl nicht viel ändern. Warum auch? Assassin´s Creed hat seine feste Fangemeinde und das nicht zu Unrecht. Auch wenn bei Brotherhood und Revelations von vielen Kritikern bahnbrechende Innovationen vermisst wurden, darf man nicht vergessen, dass kaum ein Spiel soviel Abwechslung bietet wie Assassins Creed: Von Schleichpassagen über Verfolgungsjagden, Sammelmissionen, Hack´n Slay bis hin zu 3rd-Person-Shooter Elementen ist alles dabei. Was sollte also noch passieren? Nicht mehr viel sehr wahrscheinlich und ich sehe das auch nicht kritisch. Eine neue Location mit angepasstem Gameplay und clever integrierten Spielelemente von der Konkurrenz reichen völlig aus. Und da ist es mir schon egal, ob der liebe Desmond wieder mit von der Partie ist. Er ist es.

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