Company of Heroes 2 Mission Funkstille

Schon interessant, wie Relic Entertainment vor der Company of Heroes 2 Mission Funkstille mal wieder die Erzählperspektive wechselt. Als Lew Isakowitsch kehren wir plötzlich als Journalist und Kriegsberichterstatter an die Front zurück. Seltsam. Langsam entwickelt sich die Geschichte so gradlinig wie bei Call of Duty, ist also kaum inhaltlich nachzuvollziehen und zunehmend irrelevant. Dafür lohnt umso mehr der Blick auf Texttafel des Ladebildschirms, um wenigstens auf dem aktuellen Stand des Kriegsverlaufs zu sein, denn auch dabei machen wir mit der Company of Heroes 2 Mission Funkstille eine Sprung. Denn nachdem die Sowjets die Panzerschlacht von Kursk für sich entschieden und somit die Blockade um Leningrad beendeten, startete die Rote Armee die Operation Bagration, wozu wiederum die Witebsk-Orscha-Offensive gehörte, bei der es zur Schlacht um Orscha kam, an der wir nun teilnehmen. Klingt kompliziert, mag historisch auch so sein, ist aber eine der besten Missionen von Company of Heroes 2 bislang.

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Zu Beginn verfügen wir über einen kleinen Außenposten, der unglücklicherweise extrem nah an deutschen Stellungen platziert wurde. Optimistischer macht es auch nicht, dass außer Luftaufklärung keine Hilfe von außen zu erwarten ist. Der Auftrag ist die Rückeroberung der Stadt Orscha, die sich aber schnell als recht anspruchsvoll erweist. Denn meine Truppen, bestehend aus Scharfschützen, Rekruten, Stoß- und Mörsertruppen sowie Geschützen (Panzer kommen später hinzu), kommen erst einmal gar nicht zum Vorstoß, weil die Wehrmacht unsere Basis von Nordwesten und Nordosten angreift. Dass eine Stuka dann noch unsere Kommunikation zum HQ zerstört, macht die Sache nicht einfacher. Die Ziele lauten nun die Kommunikation wieder herzustellen und die deutschen Stellungen zu übernehmen. Diese Aufgabenvielfalt klingt komplexer als in den Missionen zuvor und ist es auch, wobei die Company of Heroes 2 Mission Funkstille auch viel an Spannung dadurch gewinnt, dass ein eigenes Tempo anstelle der sonst üblichen, theatralischen Dauerhektik gewählt werden kann.

Die Übernahme der ersten deutschen Stellung ist gar nicht so einfach, denn mit Kontern muss stets gerechnet werden. Nimmt man die rot markierte deutsche Kommunikationszentrale ein, erhält man Nachschub und Hilfe aus der Luft.

Wieder ist es erfolgversprechend, wenn mit einem breiten Einheitenmix langsam voranschreitet. Wobei es zu diesem Zeitpunkt Sinn macht zwei leichte, schnelle Panzer in die Formation aufzunehmen, damit sie im Notfall früh genug die eigene Basis verteidigen können, wenn wieder einmal deutsche Soldaten durchbrechen und unsere Basis einnehmen wollen. Mit Geduld werden die beiden Stellungen im Nordwesen, Nordosten und die Kommunikationszentrale eingenommen - was zum einen dazu führt, dass wir uns neben der Luftaufklärung die Chance erarbeiten, später Unterstützung durch einen Bomber zu erhalten und zum anderen die Katjuschas ins Spiel bringt. Mit dem Bau eines mechanisierten Panzerbataillonskommandos können wir uns eine zweite Katjuscha bauen und somit unsere Distanzfähigkeiten massiv verstärken. Sehr hilfreich ist dabei, mit den Pionieren in den eroberten Stellungen Munitionslager zu bauen, um in höherer Frequenz Konzentriertes Sperrfeuer abschießen zu können.

Der Krieg aus der Distanz in der Company of Heroes 2 Mission Funkstille

Allerdings wendet sich das Blatt durch die Katjuschas nicht so extrem, wie gedacht. Gut so. Bei der Einnahme des deutschen Treibstoffdepots, dass final neben dem Wehrmachts-HQ zerstört werden muss, stoßen wir auf eine bislang in Qualität und Quantität nicht gekannte Ansammlung von deutschen Panzern. Hier gilt es mit Geschützen und eigenen Panzern die Katjuschas zu schützen und - vorbereitet von Aufklärern - mit den Katjuschas die feindlichen Stellungen zu schwächen. Aufgepasst, zwischendurch bombardieren immer wieder deutsche Bomber unsere Einheiten, weswegen man auf keinen Fall an zwei Fronten gleichzeitig angreifen sollte, um so keine deutsche Handlung zu verpassen. Als im Westen zum Beispiel deutsche Infanteristen und Scharfschützen meine Stellung zu erobern versuchten, bemerkte ich nicht, dass im Nordosten deutsche Bomber meine Katjuschas lahm legten. Das kostet Zeit und kann mit ein wenig Pech auch zu einer Niederlage führen.

Wie man auf der Map der Company of Heroes 2 Mission Funkstille sieht, ist einiges zu tun für Mutter Russland. Die Eroberung des Depots im Nordosten sollte gut vorbereitet sein. Aber wozu sonst hat man schon so schöne Katjuschas?

Interessant und im Sinne eines anspruchsvollen Spiels ist es, vom Spieler eine gewisse Aufmerksamkeit einzufordern. Das geschieht in der Company of Heroes 2 Mission Funkstille und die nötige Konzentration ist damit auch ein Schlüssel zum Missionserfolg. Egal, ob man seine Truppen für den letzten Angriff auf das HQ zusammenzieht oder lieber flankierend von Süden und Osten vorgeht, wie ich es vorzog, bringt das alles nichts, wenn man diese allerletzte Einsatzoffensive nicht ordentlich vorbereitet. Wobei die Bomber für meinen Geschmack erstaunlich viel Munition bei überschaubarer Wucht verbrauchten. Katjuschas mit wechselnden Sperrfeuermodi, Mörser aus der Ferndistanz sowie Geschütze und Panzer aus mittlerer Entfernung und Infanterie eher als Späher stellte sich als ganz gute Taktik heraus. Acht geben sollte man auf die gegnerischen Geschütze auf den Anhöhen nahe des HQ, da sie über größere Distanzen heftigen Schaden anrichten können.

Victory! Viel ist von dem HQ nicht übrig geblieben, aber dafür ist es jetzt meins!

Noch hat mich keine Mission so stark und positiv an meine alte Liebe Sudden Strike 2 erinnert wie diese Company of Heroes 2 Mission Funkstille. Artilleriegeschütztes Vorgehen, ein breiter Mix von Rekrut bis Panzer und in bestem Sinne nervende Angriffe der Gegner bieten ordentlich Abwechslung und Spannung. Auch die deutschen Luftangriffe können den Spieler zermürben, wenn er nicht aufmerksam ist. Unter dem Strich ist dieser Einsatz ein perfekter Allrounder in jeder Beziehung und von mir aus gerne das Vorbild für die letzten fünf Missionen.

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