Skepsis, Skepsis. Auch als großer Fan der Racer aus dem Hause Codemasters schaute ich mir die Berichterstattung von F1 Online, dem offiziellen Browsergame zur Formel 1, eher aus der sicheren Distanz an. Der Mix aus Rennen aus der Vogelperspektive und einem Managermodus kam mir, um mit Fernando Alonso zu sprechen, eher spanisch vor. Nun startete die Offene Beta und da sie natürlich genauso Free2play ist wie das spätere Spiel selbst, kann ein genauer Blick darauf nicht schaden.

Ohne Registrierung geht es schnell zum Tutorial und der ersten Runde auf dem Kurs in Indien. Der erste Eindruck zur Technik: F1 Online ist optisch kein Blender, aber auch keine Katastrophe. Die Steuerung geht erstaunlich einfach von der Hand: Linke Maustaste ist Gas, die rechte die Bremse, KERS ist Space, DRS ist D und R steht für Zurücksetzen. Die linke Maustaste muss gedrückt gehalten werden, während mit der Maus selbst der Richtungspfeil gesteuert wird, dem dann das Rennauto folgt. Im Tutorial werden die Feinheiten gut erklärt und nach Abschluss einer ersten Testrunde, bei der alle Features ein Mal ausprobiert und Kontrollpunkte durchfahren werden müssen, geht es zum Spiel selbst.

Die Garage ist komplexer als bei manchem „großen“ Rennspiel heutzutage. Vielleicht immer noch zu wenig für den passionierten Bastler, aber motivierend für den Neueinsteiger.

Neben den Rennen in der offiziellen Formel 1 – so werden die schnellen Einzelrennen mit echten Teams und Fahren genannt – ist es möglich ein eigenes Team zu erstellen und damit die F1-Rennen mit dem Managermodus zu verbinden. In diesem Karrieremodus wird erst ein Team erstellt und gestaltet, der Fahrer individualisiert und anschließend werden wir schon vom Techniker in unser erstes Rennen geschickt.

Platz 19 von 24 Teilnehmern als vorgegebenes Ziel hört sich einfach an, ist es aber nicht, wenn der Rest der Truppe seine Karren schon hochgezüchtet hat, während wir mit dem Basisauto umherkrebsen. Mit ein bisschen Glück klappte es und anschließend können wir mit dem eroberten Geldboni und den Erfahrungspunkten unseren Motor verbessern. Neben Motortuning ist es noch möglich die Heck- und Frontflügel, Bremsen, Aerodynamik, Aufhängung, Seitenverkleidung, Getriebe und KERS-System zu verbessern.

Bei Kurven und vielen Autos auf der Piste besteht Ruckelgefahr. Aber nicht vergessen: F1 Online ist noch in der Beta-Phase!

So schön ein Managermodus und eine prinzipiell eingängige Steuerung auch sind. Letztlich zählt auf dem Platz bzw. auf der Piste. Und hier gibt es noch ausreichend Luft nach oben – was aber bei einer Beta selbstverständlich keine Kritik sein soll. Die Ladezeiten vor den Rennen sind noch viel zu lang. Bis es losging, vergingen teilweise über 5 Minuten. Zudem ruckelte es stark in den ersten Kurven, wenn das Feld noch nahe beisammen war. Auch im späteren Verlauf der Rennen zickte die Steuerung gerade dann, wenn es knifflig wird – nämlich in den Haarnadelkurven. Das sorgte für zeitweilige Frustration, wenn das Rennauto nach einer ordentlichen Runde dann fremdverschuldet im Kiesbett landet. Trotzdem: F1 Online sieht zum jetzigen Zeitpunkt gar nicht übel aus, jedenfalls attraktiver als vermutet. Nie und nimmer werden ich es dem nächsten „richtigen“ F1-Game für die Konsolen vorziehen, aber für eine Runde zwischendurch mit meinem eigenen Rennstall sollte die freie Zeit reichen. Es wird sich wohl lohnen!